Bis einschließlich 21. Februar keine Präsenzgottesdienste

Das Presbyterium unserer Kirchengemeinde hat am 25. Januar beschlossen, bis zum 21. Februar einschließlich keine Präsenzgottesdienste durchzuführen.

Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung in mehrfacher Hinsicht problematisch ist.
Viele Menschen leiden unter Isolierung und Einsamkeit oder sie haben nach diesen langen Monaten des Lockdowns das starke Bedürfnis nach geistlicher, spiritueller Stärkung in einem „echten“ Gottesdienst.

Es ist beunruhigend, dass nun schon so lange die praktische Religionsausübung nur virtuell oder telefonisch stattfindet. Wir sind zwar froh über dieses Medium, das in den Zeiten des Lockdowns die einzige Möglichkeit bietet, Gottesdienste durchzuführen. Und wenn wir durch die Pandemie etwas gelernt haben, dann dies: Dass wir diese neuen medialen Formen der Verkündigung auf jeden Fall beibehalten werden – aber als Ergänzung der klassischen, präsenten Gottesdienste – nicht als ihr Ersatz.

In unserer Gemeinde haben wir seit fast einem Jahr kein gemeinsames Abendmahl gefeiert. Das trifft das Herz. Denn die Feier des Abendmahls ist zentral für uns alle – auch für die, die nicht daran teilnehmen. Mit einem Bild des Apostels Paulus, der die Gemeinde mit einem menschlichen Körper vergleicht, können wir sagen: Das Schlagen des Herzens ist wichtig auch für die weit entlegenen Teile wie Füße und Hände.

In Zeiten der Verfolgung oder Unterdrückung haben christliche Gemeinden in kleinen, häuslichen Gruppen, in der Verborgenheit, Abendmahl gefeiert, um das Herz am Schlagen zu halten. In der Pandemie dagegen entfällt es völlig. Dies ist ein großer Verlust, ebenso wie die vielen Einschränkungen und Auflagen, unter denen wir Gottesdienst feiern – wenn es denn überhaupt geschieht. All dies betrifft den Kern unserer Religionsausübung – den Kern unseres Glaubens – und ist nicht wirklich auszugleichen.

Auf der anderen Seite ist die allgemeine Lage derzeit durch die neuen, mutierten Typen des Virus sehr angespannt. Dieser Situation entkommen wir auch als Gemeinde nicht und wir sehen die Gefahren von Zusammenkünften. Wir möchten natürlich nicht zur Verbreitung beitragen und sind uns der großen Verantwortung als Leitung der Gemeinde schmerzlich bewusst.

Und so haben wir ein weiteres Mal für einen Monat die Absage von Präsenzgottesdiensten beschlossen – obwohl wir aus all den genannten Gründen diese Entscheidung schweren Herzens treffen.